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Technik-Grundlagen

Die Basistechniken im Torwartspiel, Schritt für Schritt erklärt. Erst wenn die Grundlagen automatisiert sind, lohnt sich der Blick auf Feinheiten: lieber wenige Punkte sauber üben als alles auf einmal. Alle Grundtechniken lernt man über die Zahl der Wiederholungen, und der Trainer achtet darauf, dass sich dabei keine Fehler einschleichen.

Vierzehn Grundtechniken

In dieser Reihenfolge werden sie gelernt. Die mit Bildfolge sind unten Phase für Phase gezeichnet, die anderen folgen nach und nach.

  1. Grundstellungen — Schleichstellung und GefahrenstellungBildfolge
  2. Fangen — Korbgriff unten, W-Griff oben
  3. Fausten — Wenn Fangen zu riskant ist
  4. Fallen — Über Oberschenkel und Hüfte, nie auf den Ellbogen
  5. Tauchen — Flach und nah: der Körper hinter den Ball
  6. Abkippen — Becken seitlich, schnell wieder hoch
  7. Hechten — Seitlich nach vorn, nie nach hintenBildfolge
  8. Abrollen — Die Aufprallkraft über die Schulter verteilen
  9. Block — Fläche machen im 1 gegen 1
  10. Gezieltes Ablenken — Mit Hand oder Fuß um den Pfosten, über die Latte
  11. Abwurf — Genau und schnell, die Spieleröffnung beginnt in der Hand
  12. Abschlag — Weit und hoch, aus der Hand
  13. Abstoß — Vom Boden, kurz oder lang
  14. Passspiel — Beidfüßig, der erste Kontakt entscheidet

Die zwei Grundstellungen

Ein Torhüter steht nicht neunzig Minuten in derselben Haltung. Ist der Ball weit weg, steht er aufmerksam, aber bequem. Wird es gefährlich, geht er mit einem kleinen Hüpfer nach vorn in die Spannung. Das Timing dieses Hüpfers braucht sehr viele Wiederholungen, in einfachen Übungen ohne Zeit- und Raumdruck.

  1. 1

    Schleichstellung

    Der Ball ist weit weg. Aufmerksam und beweglich, aber ohne Spannung, sonst ist die Kraft weg, bevor sie gebraucht wird.

    • Aufrecht, Gewicht leicht vorn
    • Hände locker vor dem Körper
    • Blick zum Ball, Spiel lesen
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    Auftakthüpfer

    Der Gegner kommt zum Schuss: kleiner Hüpfer nach vorn, Landung auf beiden Ballen gleichzeitig. Die Nase ist jetzt vor den Knien.

    • Nach vorn, nicht nach oben
    • Beide Ballen gleichzeitig
    • Landung genau im Moment des Schusses
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    Unmittelbare Gefahr

    Der Ball kann jeden Moment kommen. Tief, breit, das Gewicht auf den Ballen, die Hände bereit. Von hier geht jede Torwarttechnik los.

    1. Füße — etwas mehr als hüftbreit, parallel, das Gewicht auf den Ballen
    2. Sprunggelenke — federnd, die Fersen leicht entlastet, nie auf dem ganzen Fuß
    3. Knie — leicht gebeugt, sie zeigen über die Fußspitzen
    4. Hüfte — gebeugt, das Becken hinten, damit der Oberkörper vorn sein kann
    5. Oberkörper — nach vorn geneigt, die Nase vor den Knien
    6. Ellbogen — angewinkelt und vor dem Körper, nie hinter der Hüfte
    7. Hände — auf Hüfthöhe vor dem Körper, die Handflächen zum Ball
    8. Finger — gespreizt und locker, die Daumen zeigen zueinander
    9. Augen — auf dem Ball, der Kopf ruhig

Häufiger Fehler: Zu breit und auf den Fersen

Aus diesem Stand kommt kein Abdruck. Die Beine sind so weit auseinander, dass der erste Schritt nur ein Nachziehen ist, und wer auf dem ganzen Fuß steht, muss erst das Gewicht nach vorn holen, bevor er losgehen kann. Genau diese Zehntelsekunde fehlt dann.

Drei Handgriffe

Jede Ballaktion eines Torhüters ist eines von drei Dingen. Wer die drei sauber kann, hat die halbe Technik.

Fangen

Die Hände gehen dem Ball entgegen, nicht der Ball in die Hände. Egal ob W- oder V-Form: Die Daumen sind hinter dem Ball, sonst rutscht er durch.

Werfen

Der Abwurf ist der schnellste Pass, den ein Torhüter hat. Genauigkeit vor Weite, und immer den offenen Mitspieler suchen, nicht irgendwohin werfen.

Sichern

Kann der Ball nicht sauber gefangen werden, wird er gesichert: an den Körper gezogen, mit Unterarmen und Oberkörper darüber. Ein gesicherter Ball ist ein gewonnener Ball.

Sätze, die in jedem Training fallen

  • •Daumen hinter den Ball, egal ob W oder V
  • •Die Aktion geht immer zum Ball, nach vorn, nie nach hinten
  • •Nie auf dem ganzen Fuß stehen
  • •Bei hohen Bällen die Arme strecken und auf die Knierichtung achten
  • •Erst die Technik sauber, dann das Tempo
  • •Beide Seiten trainieren, beide Hände, beide Füße

Fangen und Fausten

Die Hände gehen dem Ball entgegen. Wer wartet, bis er ankommt, fängt ihn zu spät.

Fangen

  • •W-Griff über Kopfhöhe: Daumen und Zeigefinger formen ein W
  • •Korbgriff unterhalb der Hüfte: kleine Finger zusammen, Unterarme als Schale
  • •Ball so früh wie möglich fixieren, Blick bis in die Hände
  • •Beim Kontakt leicht nachgeben, um abzufedern

Fausten

Nur wenn Fangen zu riskant ist: bei Bedrängnis, hohen Flanken oder nassem Ball.

  • •Wenn möglich mit beiden Fäusten, das gibt Wucht und Richtung
  • •Ziel ist Höhe und Weite: Ball raus aus der Gefahrenzone
  • •Aus der Schulter schlagen, das Handgelenk bleibt stabil

Fallen und Hechten

Kontrollierter Bodenkontakt schützt vor Verletzungen und macht schnelles Wiederaufstehen möglich.

Fallen

  • •Über Oberschenkel-Außenseite und Hüfte abrollen, nie auf den Ellbogen
  • •Ball zuerst mit den Händen sichern, der Körper folgt
  • •Bei nahen Bällen kurze Wege, nicht unnötig hechten

Abkippen

Bei sehr flachen, nahen Bällen die Alternative zum vollen Hechten.

  • •Becken seitlich abkippen statt springen
  • •Deutlich schnelleres Wiederaufstehen

Hechten

  • •Absprung seitlich nach vorn aus dem ballnahen Bein, nicht nach hinten fallen
  • •Oberer Arm führt zum Ball, unterer Arm sichert die Landung
  • •Nach der Landung: Ball sofort sichern, dann kontrolliert aufstehen

Abrollen

  • •Über die Schulter abrollen, um die Aufprallkraft zu verteilen
  • •Ball während der ganzen Rolle am Körper fixieren

Der Abdruck

Jeder Sprung zum Ball beginnt mit dem Abdruck. Wer ihn übt, gewinnt Reichweite ohne einen Zentimeter mehr Sprungkraft. Die Folge ist auf beide Seiten gleich, nur gespiegelt.

  1. 1

    Ausgangsposition

    Blockposition, das ballferne Bein vorn. Kommt der Ball nach rechts, steht das linke Bein vorn.

  2. 2

    Beinwechsel

    Kurzer Wechsel, sodass das ballnahe Bein zum Absprungbein wird.

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    Schulter zum Ball

    Die ballnahe Schulter dreht Richtung Ball. Der Oberkörper zeigt schon dorthin, wo der Ball hinkommt.

  4. 4

    Auftaktbewegung

    Kleiner Hüpfer, Landung auf beiden Ballen, Spannung aufbauen.

  5. 5

    Voller Abdruck

    Mit dem ballnahen Bein kraftvoll nach seitlich-vorn abdrücken. Die obere Hand führt zum Ball.

Der häufigste Fehler ist der Abdruck aus dem ballfernen Bein. Er bringt den Körper nach hinten statt zum Ball, und die Reichweite fehlt genau dort, wo sie gebraucht wird.

Seitliches Hechten

Der Ablauf vom Stand bis zur Landung. Entscheidend ist der Absprung nach vorne-seitlich: Wer nach hinten fällt, verliert Reichweite und kommt schlechter wieder hoch.

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    Grundstellung

    Bereit, aber nicht angespannt. Das Gewicht liegt vorne, die Fersen sind leicht entlastet.

    • Hüftbreiter Stand
    • Hände auf Hüfthöhe
    • Blick über den Ball
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    Absprung

    Der ballnahe Fuß drückt ab, der Körper kippt seitlich-nach-vorne. Die obere Hand geht schon auf den Weg zum Ball.

    • Abdruck aus dem ballnahen Bein
    • Seitlich nach vorne, nicht nach hinten
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    Flugphase

    Der Körper ist gestreckt, beide Füße sind vom Boden. Der obere Arm führt zum Ball, der untere bereitet die Landung vor.

    • Oberer Arm führt
    • Unterer Arm sichert die Landung
    • Körper lang machen
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    Landung

    Aufkommen auf der Außenseite von Oberschenkel und Hüfte. Der Ball ist zuerst sicher, der Körper folgt.

    • Über Oberschenkel und Hüfte abrollen
    • Ball am Körper fixieren

Häufiger Fehler: Landung auf dem Ellbogen

Wer den Sturz mit dem Ellbogen abfängt, leitet die volle Aufprallkraft in ein kleines Gelenk — die häufigste vermeidbare Verletzung beim Hechten. Die Außenseite von Oberschenkel und Hüfte verteilt dieselbe Kraft auf eine große Fläche.

Abwehrtechniken

Situationen, in denen nicht der ganze Körper zum Ball muss, sondern der Ball gezielt entschärft wird.

Block im 1 gegen 1

  • •Fläche groß machen: Arme und Beine kontrolliert ausbreiten
  • •Später Bewegungszeitpunkt, um dem Schützen keine Ecke zu verraten
  • •Stabiler Stand bei kurzer Distanz, nicht zu früh hechten

Gezieltes Ablenken

Für Bälle, die nicht sicher zu halten sind.

  • •Bewusst um den Pfosten oder über die Latte lenken
  • •Mit flacher Hand oder Fingerspitzen kontrolliert berühren, nicht wegschlagen

Spieleröffnung

Der erste Pass nach der Ballsicherung entscheidet oft über die nächste Torchance, die der eigenen Mannschaft.

Abwurf

  • •Kurzer Abwurf: genau und flach, in den Fuß oder den freien Raum
  • •Weiter Abwurf aus der Schulter für das schnelle Konterspiel
  • •Rechtes Dreieck, rechte Hand: Beide Hände werden trainiert

Abschlag und Abstoß

  • •Vor dem Schlag das Spielfeld scannen und die Anspielstation wählen
  • •Kurzvariante als Alternative, wenn der Gegner hoch anläuft
  • •Sauberer Treffpunkt entscheidet über Weite und Kontrolle

Passspiel

Der Torhüter ist Teil des Spielaufbaus, deshalb gehört Fußtraining in jede Woche.

  • •Ruhiger erster Kontakt, Körperstellung offen zum Spielfeld
  • •Passschärfe an die Situation anpassen: kurz weich, lang druckvoll
  • •Unter Druck lieber einfach als riskant entscheiden